Reiten-in-Berlin

FN-Bundeshengstschau Sportponys 2011 in Berlin


Zwei Bundessieger und eine Reihe guter Plätze im Mittelfeld sind unter den besten Ponyhengsten Deutschlands keine schlechte Bilanz für den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt.
Von der Zuchtgemeinschaft Krohn / Dötschel aus Reinsdorf kommt Brennabor Lord Zandor von Stubbenhof Zorro aus einer Derwen Welsh Legend-Mutter als Bundessiegerhengst bei den Welsh Cobs. Baccarat v. Bergarac / Nobody von Joachim Andreas Cörmigk / Sachsen-Anhalt konnte seinen vor vier Jahren bereits schon einmal errungenen Sieg bei der Bundeshengstschau wiederholen. Diesmal verließ er allerdings als Bundessieger der springbetonten Hengste der Altersklasse 7-12 Jahren die Halle. Vor 4 Jahren siegte er bei den vielseitigen Hengsten, dort reichte es diesmal zusätzlich auch noch zu Platz 2, genauso wie im Schauwettbewerb. Alle anderen Teilnehmer aus Brandenburg-Anhalt erreichten bei hochklassiger Konkurrenz gute Plätze im Mittelfeld.
Versammelt hatten sich auf der Grünen Woche fast 90 vier bis zwölfjährige Hengste der Rassen Deutsches Reitpony, New Forest Pony, Connemara Pony und Welsh Pony der Sektionen B und D. Die Wettbewerbe sind unterteilt in rassespezifische Schauwettbewerbe, bei denen das Exterieur sowie die Gangarten Schritt und Trab beurteilt werden, und Sportwettbewerbe, bei denen die Hengste im Freispringen und zugelassenen Rassen sowie je ein unter dem Sattel bewertet werden. Ermittelt werden jeweils ein Bundessieger der spring-, ein dressur- und ein vielseitigkeitsbetonter Siegerhengst. Die größte Gruppe stellten die 4-6jährigen Hengste bei den Deutschen Reitponys mit jeweils über 30 Teilnehmern in allen Klassen. Tatsächlich war dann auch die Creme de la Creme der Deutschen Ponyzucht in Berlin versammelt. Die Bundeschampions und viele platzierte der 3- und 4jährigen Reitponyhengste vom Bundesschampionat in Warendorf 2010 trafen in Berlin erneut aufeinander.

Erfolgreichster Hengst und Bundessieger bei den Deutschen Reitponys war der 5jährige Coco Jambo v. FS Champion de Luxe, Mutter v. Dressman, der zusätzlich auch noch die Klassen der dressurbetonten sowie der vielseitigen Hengste gewann. Seinem Boxennachbarn auf dem Ferienhof Stücker, dem Warendorfer Bundeschampion FS Daddy Cool v. FS Don´t Worry aus einer FS Cocky Dundee Mutter blieb der zweite Platz bei den dressurbetonten und der dritte Platz bei den springbetonten Hengsten. Mit der begehrten Bundesprämie für eine Gesamtnote von 8,0 oder besser wurden gleich drei Hengste vom Ferienhof Stücker/ Westfalen ausgezeichnet. Neben Daddy Cool und Coco Jambo auch noch FS Cracker Jack v. Champion de Luxe aus einer Dornik B Stute.
Für den Zuchtverband Brandenburg-Anhalt bekamen Brennabor Lord Zandor und Baccarat die Bundesprämie. Stubbenhof Zorro, der Vater von Brennabor Lord Zandor war bereits bei der ersten Bundeshengstschau vor acht Jahren bei der Grünen Woche in Berlin zweiter Reservesieger gewesen. Sein Sohn punktete diesmal vor allem im Schauwettbewerb mit einer 8,4 im Typ. Der neunjährige Baccarat wurde 2005 in Prussendorf gekört und siegte bei seiner HLP 2006 in Prussendorf mit Gesamtnote 9,21. Seine HLP im Fahren gewann er im gleichen Jahr ebenfalls. Er gewann verschiedene Freispringchampionate und nahm am Bundeschampionat teil. 2007 wurde er auf der Bundeshengstschau Bundessieger der vielseitigen Hengste (4-6j.). 2009 gewann er in Okel mit Hans Joachim Trumpf die Landesmeisterschaften Fahren Hannover.

Ob die Spezialrassen mit den Deutschen Reitponys in der Dressur und im Springen unmittelbar verglichen werden können, wurde auf der Grünen Woche heiß diskutiert. FN Geschäftsführer Zucht Dr. Klaus Miesner will für die Zukunft über eine Änderung des Modus beraten lassen, um rassetypische Eigenschaften der verschiedenen Ponys weiterhin zu erhalten und die Rassen nicht zu verwässern. Dennoch hält er das Aufeinandertreffen der verschiedenen Ponyrassen aus den unterschiedlichen Zuchtverbänden in Berlin für eine gelungene Sache, die den Zusammenhalt der Ponyzüchter in Deutschland stärkt. Ein Züchterabend am Samstag mitten im großen Ring mit Musik und Tanz bis in den frühen Morgen zeigte, dass das Experiment gelungen ist. Die Veranstaltung war hervorragend organisiert, die Ponys kamen mit den Menschenmassen, die täglich an ihren Boxen vorbeiströmten überwiegend gut klar. Von den zum Teil vollbesetzten Tribünen und dem Trubel haben sich dann in der Prüfung einige Ponys aber doch ablenken lassen und zeigten nicht ganz ihre eigentlichen Qualitäten. Ein Welsh B Hengst sprang beim Freispringen etwas orientierungslos sogar über den Richtertisch, die Richter reagierten allerdings vorbildlich schnell, sprangen zur Seite und nichts war passiert. Auch das Freispringen sorgte bei den Züchtern für Diskussionsstoff. Einige Hengste bekamen doch deutlich mehr Versuche und Chancen als andere, was sich nicht immer nachvollziehen ließ. Auch hier will man über einheitliche Bedingungen für alle Hengste bei der Durchführung des Freispringens reden.

Konsequent waren die Tierärzte dieses Mal in Berlin bei der Durchsetzung der Tierschutzbestimmungen. Hengste mit ausrasierten Ohren oder geschorenen Tasthaaren am Maul wurden nicht zu den Wettbewerben zugelassen. Den Zuchtverbänden war das bereits im Vorfeld bekannt gemacht worden. Der Warendorfer Bundeschampion der dreijährigen Reitponys von 2010 Dancing Dynamic v. FS Dior de Luxe/ Varello war zwar nach Berlin gereist wurde aber nicht gezeigt. Einige Ponys aus Weser-Ems waren trotz Nennung gar nicht erst nach Berlin angereist.
Für den dunkelbraunen Welsh Cob Bundessieger Brennabor Lord Zandor war die Grüne Woche nicht wie für seine fast 90 Kollegen am Sonntagabend vorbei. Er bleibt noch bis zum Ende der Grünen Woche und ist täglich in der Messehalle 25 im Schaubild zu bewundern.  (Mehr Fotos, auch bestellbar, finden Sie HIER
Text: A.N. Fotos: M.Grade