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Ultraschall in der Therapie…vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Ultraschall in der Therapie…vielseitige Einsatzmöglichkeiten
Bericht von Pferdetherapeutin Anne-Katrin Niesche aus Niemegk/Brandenburg

Wenn man heute in der Pferdeszene über Ultraschall spricht, wird meist nur an die diagnostischen Möglichkeiten gedacht. Kaum ein Tierarzt, der nicht in der Lage ist, mittels Ultraschall zum Beispiel Bänder-/Sehnenschäden oder auch Trächtigkeiten fest zu stellen. Um nur die Bekanntesten zu nennen. Aber Ultraschall kann viel mehr als bereits in der Humanphysiotherapie völlig normal und vollständig anerkannt, hält der Ultraschall in der Therapie für Pferde langsam aber sicher Einzug.

Die Physik und Wirkung des Ultraschalls

Als physikalische Wirkebenen gelten die mechanischen und thermischen Effekte der Ultraschalltherapie. Die mechanische Wirkung besteht in einer permanent wechselnden Zug- und Druckwirkung (Kompression und Expansion) im behandelten Gewebe. Die Folge sind minimale Formveränderungen von Körperzellen. Dieser bedeutsame Effekt wird allgemein als Mikromassage beschrieben. Er bewirkt, dass frische Nährstoffe ins Gewebe gebracht werden und Ablagerungen von Schlackenstoffen bzw. Entzündungsprodukte verdünnt und fließfähig gemacht werden. Durch die Erhöhung der Durchlässigkeit der Gewebe und die Steigerung der Diffusionsprozesse ist es dem Therapeuten möglich, auch Medikamente in die tiefer gelegenen Gewebeschichten ein zu bringen. Die Tiefenwirkung und die Fortpflanzung der Ultraschallwellen sind von den zu behandelnden Gewebeschichten abhängig. Es kommt durch Resorption bzw. Reflexion im Körpergewebe zu Wärmeentwicklung. Dabei erwärmen sich Knochen, Sehnen, Gelenke usw. stärker als Muskelgewebe.

Indikationen für den Einsatz des therapeutischen Ultraschalls

Durch die Einstellung verschiedener Frequenzen (zwischen 1 – 3 Megahertz) und unterschiedlicher Impulse bis hin zum Dauerschall sind die Indikationen sehr umfangreich:
• Arthrose
• Gallen
• Gleichbeinschäden
• Hufknorpelverknöcherungen
• Hurrollenerkrankung
• Narbengewebe
• Prellungen/Distorsionen
• Resorption von Kalkablagerungen
• Sehnen- oder Bänderschäden
• Verklebungen
• Sehnenscheidenentzündung
• Verspannung und Hartspann der Muskulatur
• Bursitis
• Stimulation von Knorpelneubildung und Anregung der Synoviaproduktion

Diese Liste ist bei Weitem nicht vollständig. Ultraschall kann auch für die Reflexzonentherapie, Behandlung von Triggerpunkten oder für die Stimulation von Akupunkturpunkten eingesetzt werden.

Eigene Praxiserfahrungen von Anne-Katrin Niesche , www.pferdetraumland.de

Bei vielen der oben genannten Erkrankungen und einigen nicht genannten, habe ich mittlerweile den therapeutischen Ultraschall erfolgreich eingesetzt.

Sehr häufig wurden Sehnen- und Bänderschäden behandelt. Mehrfach auch Fesselträgerschäden. Besonders auffällig war hier die massive Verkürzung der Behandlungszeit bzw. Rekonvaleszenz der Pferde. Oft waren die Schäden nach kurzer Zeit (6-8 Wochen durchschnittlich) behoben und man konnte wieder mit leichter Arbeit beginnen. Dabei wurde der Ultraschall 5-10-mal, meist im Abstand von 2 Tagen, am Pferd eingesetzt.

Mehrfach waren nicht nur die Besitzer sondern auch die mitbehandelnden Tierärzte überrascht:

So zum Beispiel bei dem 4jährigen Wallach Lekurio, der sich ein Überbein zugezogen hatte. Dieses konnte erfolgreich zurückgedrängt werden und ist seit dem unauffällig. Vorher drohte eine OP durch die permanente Reizung des Fesselträgers.

Oder der 14 jährige Wallach Fangio, der unter einem massiven Fesselringbandsyndrom litt. Darunter noch eine geschädigte Sehne. Eine OP schien unumgänglich. Durch die Behandlung mit Ultraschall nimmt er heute wieder an Springen teil. Eine OP nicht mehr notwendig.

Positive Erfahrungen konnte ich auch bei den Behandlungen von Arthrosen, Gleichbeinschäden,
Gallen, Narben u. a. machen.

Seit über einem Jahr behandele ich jetzt Pferde mit therapeutischem Ultraschall. Mittlerweile ist er aus meiner täglichen Arbeit nicht mehr weg zu denken. Die Pferde brauchen für eine Behandlung nicht ruhig gestellt werden. Die Behandlung wird als angenehm empfunden, ist schmerzfrei und - bei Beachtung einiger weniger Vorsichtsmassnahmen - ohne besondere Risiken. Neben diesen Vorteilen für das Pferd, wird durch die wenigen Behandlungen auch das Portmonee des Besitzers erstaunlich wenig strapaziert.

 

 

 

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