Kinder-Reitverein in Zehlendorf verliert durch Betrug 17.000 Euro
Über Jahre hatte der Kinder- und Jugend-Reitverein KJRFV Zehlendorf e. V. Geld zurückgelegt, um dringend benötigte Technik für den Stallbetrieb zu ersetzen. Statt eines Radladers blieb am Ende jedoch nur ein großer finanzieller Schaden: Wie die „B.Z.“ berichtet, wurde der Verein Opfer eines perfiden Online-Betrugs und verlor 17.000 Euro.
Anfang Januar sei dem Vorstand ein vermeintlich attraktives Angebot weitergeleitet worden: Ein gebrauchter Radlader der Marke Liebherr, angeblich aus einer Insolvenzmasse, zu einem bezahlbaren Preis. Anbieter sollte ein Fachanwalt für Insolvenzrecht sein – inklusive real existierender Kanzleidaten. Tatsächlich hatten Betrüger dessen Identität missbraucht, berichtet die Zeitung. Der Verein habe die Angaben nach eigenen Möglichkeiten geprüft. „Wir waren wirklich nicht leichtfertig“, sagt Kassenwartin Irit Kulzk gegenüber der „B.Z.“. Fotos des Fahrzeugs, detaillierte Unterlagen und sogar die Bitte um einen Vereinsregisterauszug hätten Seriosität vermittelt. Mitte Januar habe der Verein die geforderten 17.000 Euro überwiesen. Kurz darauf sei der Kontakt abgebrochen. Telefonisch sei niemand mehr erreichbar gewesen, die Website sei verschwunden. Spätestens da sei klar geworden: Das Geld ist verloren.
Über eine Anwältin hat der Verein Strafanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft gestellt, wie die „B.Z.“ berichtet. Die Hoffnung, das Geld zurückzubekommen, sei gering. Vereinsanwältin Christa Schaal hält die Chancen auf Wiederbeschaffung laut Bericht für nahezu ausgeschlossen. Trotz des Rückschlags soll der Betrieb weiterlaufen. Den Kindern und Eltern sei zugesichert worden, dass der Reitunterricht gesichert sei. Ein neuer Radlader bleibe jedoch vorerst ein ferner Wunsch.
Was ist eine Fake-Kanzlei?
Webseiten von Fake-Kanzleien sind einzig und allein zu dem Zweck aufgesetzt worden, angebliche Rechtsdienstleistungen gegen Vorkasse anzubieten. Nach Zahlung wird aber keine Dienstleistung erbracht. Verbreitet sind diese Webseiten im Bereich des Insolvenzrechts und der Kryptowährung.
Da der Auftritt der Fake-Kanzleien immer professioneller wird, wird es auch schwieriger, Fake-Kanzleien von echten Rechtsanwaltskanzleien zu unterscheiden. Ob ein Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin tatsächlich zur Anwaltschaft zugelassen ist, kann unter https://bravsearch.bea-brak.de/bravsearch/index.brak im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis (BRAV) überprüft werden. Wir verweisen auf die Handlungsempfehlungen der Bundesrechtsanwaltskammer vom 16.04.2025 unter https://www.brak.de/newsroom/newsletter/nachrichten-aus-berlin/2025/ausgabe-8-2025-v-1642025/betrugsversuche-von-fake-kanzleien-brak-gibt-handlungsempfehlungen/.
Hilfreich bei der Suche nach Fake-Kanzleien kann auch der fakehope-finder der Verbraucherzentrale sein: Fakeshop-Finder: Prüfen Sie, ob ein Online-Shop seriös ist | Verbraucherzentrale.de
