21.05.2026 20:57

André Thieme feiert – seinen Sieg und seine Stute DSP Chakaria „Dieses Pferd ist krass!“

Zum ersten Mal hat Thieme den Großen Preis in Hamburg gewonnen, aber – nach eigener lachender Aussage – er war auch mal dran: „Ich war hier schon Zweiter und Dritter im Großen Preis – jetzt musste es mal klappen.“
Und wie es klappte: Acht Reiter hatten sich für das Stechen in diesem 1,60-Meter-Springen qualifiziert, Thieme ging als vorletzter Starter in den Parcours und siegte in 39,59 Sekunden. Das waren runde eineinhalb Sekunden schneller als die zweitplatzierte Emilie Conter aus Belgien auf Portobella van de Fruitkorf. Auch Platz drei ging an eine Amazone aus Belgien, Gudrun Patteet, im Sattel von Sea Coast Qarvaljo d’Or.
Auf Siegkurs schien zwischenzeitlich auch der dreimalige Hamburg- und Vorjahres-Sieger Christian Ahlmann. Mit dem neunjährigen Applebridge Tag Z flitzte er in einem unglaublich schnellen Speed durch den Parcours und um die Wendungen, zu gewagt sauste er dann ziemlich schräg in Richtung des Schlussoxers. Applebridge verweigerte etwas verunsichert. Mit einem Hauch mehr Routine wird es den Beiden nächstes Mal voraussichtlich gelingen – die Konkurrenz kann sich schon mal warm anziehen…  
In Andrè Thiemes Kopf überschlugen sich vor dem Stechen die Gedanken: „Das war gar nicht so einfach. Nächste Woche ist Aachen und jeder weiß, wie wichtig Aachen ist – auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft. Dann war Chakaria über ein Jahr verletzt, das hat man ja auch noch ein bisschen im Hinterkopf. Dann hat es geregnet und der Bundestrainer war hier und hat gesagt: 'Mach nichts Verrücktes.' Es waren also eine Menge Dinge, durch die ich mir nicht sicher war, wie viel ich wirklich riskieren will. Aber natürlich habe ich gemerkt, wie gut sie drauf ist.“ Am Ende habe die Stute im Stechen die Sprünge selbst gesucht. „Ich habe dieses Springen nicht übers Tempo gewonnen“, resümiert Thieme. „Ich habe es über zwei extrem enge Wendungen gewonnen, denke ich.“ Am Morgen des Samstags sah die Sache noch etwas anders aus. Chakaria sei eine typische Fuchsstute, die auch schon mal schlecht gelaunt sein könne. „Und heute Morgen war sie wirklich schlecht gelaunt.“ Aber ihre Verbindung sei so lang gewachsen und er kenne sie so gut. „Ich weiß inzwischen, wie ich dann mit ihr umzugehen habe, um sie auf meine Seite zu bekommen.“ Ein Top-Team, ein Traum-Paar, Hamburg-Sieger!

Kopfschüttelnd kam die 26-jährige Emilie Conter aus dem Stechparcours: „Als ich durch die Ziellinie geritten bin, konnte ich kaum glauben, dass ich tatsächlich schneller war als die beiden anderen“, lacht die Belgierin. Die ‚beiden anderen‘ waren Harm Lahde und Gudrun Patteet, die vor ihr im Stechen waren und fehlerfrei geblieben sind. „Ich hatte mir zuvor die Stechrunden von Harm und Gudrun angeschaut und dachte nur: ‚Okay, die musst du erst einmal schlagen.’“ Mit der elfjährigen Portobella van de Fruitkorf ist Emilie Conter von den Stephex Stables in Belgien als vierte Reiterin ins Stechen eingeritten und hat alles riskiert. „Meine Stute war fantastisch. Sie hat mir überall geholfen, wo es nötig war. Es war vielleicht ein bisschen verrückt, aber am Ende hat alles funktioniert.“ Fünfmal war Emilie bei Nachwuchs-Europameisterschaften dabei und hat zweimal Team-Gold gewonnen, inzwischen ist sie bis zum internationalen Fünf-Sterne-Niveau erfolgreich und hat mit Portobella vor gut einem Jahr schon einen Fünf-Sterne-Großen Preis in Wellington gewonnen. Aber: „Der zweite Platz heute gehört definitiv zu meinen allergrößten Erfolgen“, betont sie und strahlt.

Text+Foto: PM Veranstalter